Diagnose von ADHS
Die Diagnose von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erfordert eine umfassende Bewertung durch einen qualifizierten Kliniker, wie einen Psychiater, Psychologen oder Kinderarzt. Diese Bewertung umfasst normalerweise eine Kombination aus verschiedenen Methoden, um ein vollständiges Bild der Symptome und ihres Einflusses auf das Leben des Individuums zu erhalten:
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Klinische Interviews: Diese können mit dem Einzelnen und gegebenenfalls mit Familienmitgliedern oder anderen Personen, die das Verhalten des Einzelnen gut kennen, durchgeführt werden. In diesen Interviews werden Fragen zu den Symptomen und zur Funktionsweise in verschiedenen Lebensbereichen gestellt.
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Verhaltensbeobachtung: Ein Kliniker kann das Verhalten eines Individuums direkt beobachten, oft in einer Schule oder in einem anderen Umfeld, in dem die Symptome auftreten.
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Psychologische Tests: Diese können verwendet werden, um spezifische Probleme mit der Aufmerksamkeit und Impulskontrolle zu identifizieren. Diese Tests können auch dazu dienen, andere Bedingungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen können.
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Physikalische Untersuchung: Eine körperliche Untersuchung kann durchgeführt werden, um andere medizinische Probleme auszuschließen, die die Symptome verursachen könnten.
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Bewertung der Entwicklungsgeschichte: Informationen über die Entwicklung des Individuums, einschließlich möglicher früherer Symptome von ADHS, können dabei helfen, die Diagnose zu unterstützen.
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Bewertung von Komorbiditäten: Viele Menschen mit ADHS haben auch andere psychische Störungen, wie Angststörungen, Stimmungsstörungen oder Lernstörungen. Eine Bewertung dieser Bedingungen kann zur Diagnose und Behandlungsplanung beitragen.